Partizipatorische Eingewöhnung

Ein bindungsorientiertes Eingewöhnungsmodell, das die Signale von Kindern und Eltern ernst nimmt und im Eingewöhnungsverlauf berücksichtigt.

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Das Kar­ten­set zur Par­ti­zi­pa­to­ri­schen Ein­ge­wöh­nung ist da und es ist wun­der­schön gewor­den! Ein tol­les Werk­zeug für Fort­bil­dun­gen, die Arbeit im Team, die eige­ne Refle­xi­on und für die Eltern­be­glei­tung in der Eingewöhnung.
Infos und ein Video zum Kartenset

Im Juni die­sen Jah­res begin­nen wir mit dem ers­ten Durch­gang der Multiplikator:innen-Ausbildung und freu­en uns sehr dar­auf! Bei Inter­es­se tra­gen Sie sich bit­te hier ein:
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Wir arbei­ten inten­siv an einem moder­nen Fort­bil­dungs­kon­zept mit blen­ded lear­ning sowohl für ein­zel­ne Teilnehmer:innen als auch als Team-Fort­bil­dung für Kitas, Trä­ger oder Städ­te und Gemein­den. Bei Inter­es­se tra­gen Sie sich bit­te hier ein:
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»Ich freue mich über das riesige Interesse am Patizipatorischen Eingewöhnungsmodell und dass wir es gemeinsam in die Welt tragen können! «

– Prof. Dr. Marjan Alemzadeh

Was bedeutet Partizipatorische Eingewöhnung?

Die­se Form der Ein­ge­wöh­nung ermög­licht Fami­li­en einen beglei­te­ten, sanf­ten, bin­dungs­ori­en­tier­ten Über­gang von der fami­liä­ren Betreu­ung zur ergän­zen­den außer­fa­mi­liä­ren Betreu­ung in Kita, Krip­pe oder Tages­pfle­ge. Zum Zeit­punkt der Ein­ge­wöh­nung haben Eltern und Kind meist eine sehr inten­si­ve ers­te Lebens­zeit vol­ler gemein­sam geteil­ter Erfah­run­gen erlebt. In den meis­ten Fäl­len ist das Kind sehr stark auf einen Eltern­teil bezo­gen. Um das psy­chi­sche, see­li­sche, geis­ti­ge und kör­per­li­che Wohl­be­fin­den des Kin­des zu wah­ren, nimmt die­ser Eltern­teil auch in der Ein­ge­wöh­nung eine akti­ve Rol­le ein, so wie es das Kind aus sei­ner bis­he­ri­gen Lebens­er­fah­rung gewohnt ist. Gemein­sam mit sei­nem Eltern­teil kann es die neue Welt erkun­den und sich in sei­nem Tem­po auf die neu­en ein­la­den­den Erfah­run­gen ein­las­sen. 

Was macht die Partizipation aus?

Wir spre­chen von einer Par­ti­zi­pa­to­ri­schen Ein­ge­wöh­nung, da Kind und Eltern die Ein­ge­wöh­nung aktiv mit­ge­stal­ten, indem sie zei­gen, was sie brau­chen, was ihnen gut­tut und was für sie mög­li­cher­wei­se über­for­dernd ist. Die kind­li­chen und elter­li­chen Signa­le wer­den von der päd­ago­gi­schen Fach­kraft wahr­neh­mend beob­ach­tet und in ihr pro­fes­sio­nel­les Han­deln ein­be­zo­gen. Durch fein­füh­li­ges Reagie­ren auf die Bedürf­nis­se von Eltern und Kind gelingt es der päd­ago­gi­schen Fach­kraft, eine Bezie­hung auf­zu­bau­en, wel­che die Basis für alles Wei­te­re dar­stellt. Erst wenn die­ses grund­le­gen­de Ver­trau­en auf­ge­baut ist, kann das Kind sich der päd­ago­gi­schen Fach­kraft mit Inter­es­se zuwen­den und sich auf die neu­en Erfah­run­gen in der Ein­rich­tung einlassen.

»Es ist Zeit für ein Eingewöhnungskonzept, indem die kindlichen sowie die elterlichen Signale im Eingewöhnungsverlauf ernsthaft berücksichtigt werden.«

– Prof. Dr. Marjan Alemzadeh

»Ich erlebe die Kinder nach einer individuellen, von ihnen mitgestalteten, partizipatorischen Eingewöhnung als stabil in ihrem Wesen, in ihrem Spiel und in der Interaktion mit ihren Mitmenschen. Sie haben eine solide Basis, die ihnen Entfaltung ermöglicht.«

– Dipl.-Päd. Judith Stalp 

Warum eine Partizipatorische Eingewöhnung?

Aus der For­schung wis­sen wir, dass Ein­ge­wöh­nun­gen zu den ers­ten Tran­si­tio­nen im Leben eines Kin­des gehö­ren. Tran­si­tio­nen sind wich­ti­ge, mar­kan­te Über­gän­ge im Leben eines Men­schen, die für alle Betei­lig­ten auf unter­schied­li­chen Ebe­nen als her­aus­for­dernd erlebt wer­den (vgl. Niesel/Griebel 2015). Man kann davon aus­ge­hen, dass die Geburt die ers­te Tran­si­ti­on im Leben eines Kin­des dar­stellt. Die Ein­ge­wöh­nung stellt dann die zwei­te Tran­si­ti­on dar. Aus der Tran­si­ti­ons­for­schung ist bekannt, dass sich bis­he­ri­ge Tran­si­tio­nen auf zukünf­ti­ge Tran­si­tio­nen aus­wir­ken kön­nen (Geburt, Ein­ge­wöh­nung in die Krip­pe oder Tages­pfle­ge, Wech­sel in die Kita, Ein­schu­lung, Umzü­ge, Tren­nun­gen etc.). Wird die Ein­ge­wöh­nung in Kita, Krip­pe oder Tages­pfle­ge von Kind und Bezugs­per­son als ange­nehm erlebt, kann sie sich posi­tiv auf alle wei­te­ren Tran­si­tio­nen aus­wir­ken. Somit kann die Ein­ge­wöh­nung als eine beson­ders bedeut­sa­me Erfah­rung in der Bio­gra­fie des Kin­des betrach­tet wer­den. Es lohnt sich sehr, die­se Zeit sen­si­bel und pro­fes­sio­nell zu gestal­ten. Ein gelin­gen­der Start wird das Kind sowohl jetzt stär­ken als auch wei­te­re Über­gän­ge in sei­ner Bil­dungs­bio­gra­fie erleichtern.

Wie verläuft die Partizipatorische Eingewöhnung?

Die Par­ti­zi­pa­to­ri­sche Ein­ge­wöh­nung ver­läuft in sie­ben Pha­sen. Alle Betei­lig­ten wer­den aktiv in die Gestal­tung der Ein­ge­wöh­nung ein­be­zo­gen. Das bedeu­tet, dass alle Schrit­te zwi­schen Kind, Eltern­teil und päd­ago­gi­scher Fach­kraft (ver­bal oder non-ver­bal) abge­stimmt wer­den. Eine pro­fes­sio­nel­le Beob­ach­tungs­kom­pe­tenz ist für das Ermög­li­chen von Akteur­schaft und Par­ti­zi­pa­ti­on von Kind und Eltern im Ein­ge­wöh­nungs­pro­zess unver­zicht­bar, ins­be­son­de­re in Anbe­tracht der For­schungs­er­geb­nis­se, die zei­gen, dass jede Ein­ge­wöh­nung sehr indi­vi­du­ell und unter­schied­lich ver­läuft (vgl. Dat­ler et al. 2011, Alemzadeh 2020).

Des­halb nimmt das Wahr­neh­men­de Beob­ach­ten eine wich­ti­ge Rol­le in der Par­ti­zi­pa­to­ri­schen Ein­ge­wöh­nung ein. Es stellt ein dif­fe­ren­zier­tes Instru­ment dar, um wäh­rend des Ein­ge­wöh­nungs­pro­zes­ses zu beob­ach­ten, wie es dem Kind gelingt, neue sozia­le Bezie­hun­gen auf­zu­bau­en und auf Bezie­hungs­an­ge­bo­te ein­zu­ge­hen. Als sozia­le Bezie­hun­gen wer­den glei­cher­ma­ßen die Bezie­hun­gen zu Erwach­se­nen, zu ande­ren Kin­dern und zu der neu­en Umge­bung betrachtet.

» Es hat sich sehr gut angefühlt, dass die Schritte mit mir abgestimmt wurden; dass mein Bauchgefühl als Mutter ernst genommen wurde und es nicht einen vorgefertigten Plan gab, wann welche Schritte dran sind.«

– Eine Mut­ter aus dem Forschungsprojekt

»Ich habe die Tagesmutter in vielen Situationen miterlebt und konnte beobachten, wie mein Sohn in seinem Tempo eine Beziehung zu ihr aufbauen durfte. So hat er bestimmt, wann er Kontakt haben wollte und wann er so weit war, sich von mir zu trennen.«

– Eine Mut­ter aus dem Forschungsprojekt

Lernen Sie jetzt die Partizipatorische Eingewöhnung kennen!

Wir stel­len Ihnen die sie­ben Pha­sen der Par­ti­zi­pa­to­ri­schen Ein­ge­wöh­nung in einer kur­zen Video-Ein­füh­rung vor, wel­che Sie in Ihrem eige­nen Tem­po anschau­en kön­nen. Dies ist ein ein ers­ter Schritt hin zur Ent­schei­dung für ein Ein­ge­wöh­nungs­mo­dell, das die Signa­le von Kind und Eltern ernst nimmt und einen indi­vi­du­el­len und sanf­ten Start in die Betreu­ung ermöglicht.

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